Der Ort

Etwas zu unserer Geschichte

Wie Hämelerwald entstanden ist ...


Hämelerwald verdankt seine Entstehung der am 19. Mai 1844 in Betrieb genommenen Eisenbahnstrecke Hannover — Braunschweig. Als die Bahn kurz nach Eröffnung der Strecke den fahrplanmäßigen Verkehr aufnahm, erkannte der Gutsbesitzer Siemering schon frühzeitig die großen Vorteile und Möglichkeiten dieser neuartigen Transport- und Verkehrseinrichtung.

Mit der Eisenbahn sah er die große Chance für einen schnellen und größeren Transport seiner landwirtschaftlichen Produkte auch in weiter entfernte Gegenden.

Aus den naheliegenden Gründen wurde Siemering bei der Bahnverwaltung vorstellig und beantragte eine Anhaltestelle, wie man es damals nannte, einzurichten. Er erhielt jedoch die Antwort, dass eine Haltestelle am Hameler-Wald nur zugestanden werden könne, wenn in der Nähe ein Wohnhaus vorhanden sei.

Da diese Voraussetzung nicht gegeben war, wurde der Antrag zum Leidwesen des Herrn Siemering abgelehnt.

"Wenn dat sou is", soll er danach gesagt haben, „denne wet ick, we de Hase löpt"

Nach der Erkenntnis, dass es ohne ein Haus keine Haltestelle geben würde, erbaute der Gutsbesitzer im Jahre 1848 in unmittelbarer Nähe des Bahnübergangs ein Gasthaus, von dem er sich zusätz-lichen Gewinn versprach.

Die Eisenbahnverwaltung in Hannover bezeichnete den Einfall des Gutsbesitzers als Husarenstreich und sah sich nun ihrerseits gezwungen, gegenüber dem Gasthaus an der anderen Straßenseite ein Stationsgebäude zu errichten, wo die Bahn bereits vier Wohngebäude für ihre Bediensteten, ein Bahnmeisterhaus und drei weitere für Weichensteller und Schrankenwärter errichtet hatte.

Mit dem Gasthaus und den Häusern der Bahn zeichnete sich hier schon der Kernpunkt ab, um den sich dann das Dorf bildete. Die ersten Angaben über die Einwohnerzahl stammten aus dem Jahre 1862. Damals wohnten in den Häusern um die Haltestelle acht Familien mit 22 Personen.

Die Siedlung an der Haltestelle vergrößerte sich immer mehr. Die günstige Lage zog neben der Ziegeleiindustrie vor allem Handwerker, Kaufleute und Arbeiter an.

Nach langwierigen sowie schwierigen Verhandlungen verfügte die Königlich-Hannoversche Landdrosterei in Hildesheim unter dem 10. Oktober 1864 endlich die Bildung einer selbständigen Gemeinde und setzte den Gemeindebezirk fest.

Mit der Gründung der Gemeinde musste die Registrierung der Grundflächen und der Häuser vorgenommen werden. Bei der Festlegung der Hausnummern erhielt das erste Privathaus am Ort, die Gastwirtschaft am Bahnhof, die Nummer 1.

Am 08. November 1928 wurden durch Beschluss des Staatsministeriums die beiden Gutsbezirke Adolphshof und Schierke mit der „Nachbarlandgemeinde Hämelerwald" zu einem neuen Gemeinwesen verschmolzen.

Bereits 1937 war die Autobahn von Berlin bis Hannover fertiggestellt. Die Eisenbahnverbindungen nach Hannover, Peine, Braunschweig und Hildesheim trugen ebenfalls zum Wachstum der Gemeinde bei und so hatte Hämelerwald bereits 1939 schon 765 Einwohner. Anfang der 70er Jahre begann die Planung für eine großflächige Bebauung im südlichen Teil der Ortschaft. Ein neues Baugebiet entstand und heute leben gut 2000 Bürgerinnen und Bürger in „Hämelerwald-Süd". Eine Busverbindung zum Bahnhof und zur Kernstadt tragen zur guten Wohnqualität bei.

Bis 1974 war Hämelerwald eine selbständige Gemeinde im Landkreis Peine. Im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform verlor die Gemeinde jedoch ihre Selbständigkeit und ist seit 1974 Stadtteil von Lehrte.

Bis zum Jahr 2000 prägte die Eisenbahnschranke das Leben in Hämelerwald. Durch den ständig wachsenden Güterverkehr und die höheren Zuggeschwindigkeiten, war die Eisenbahnschranke an der Landesstraße bis zu 16 Stunden geschlossen. Wartezeiten von 30 Minuten waren die Regel. Wer zu Veranstaltungen oder Verabredungen jenseits der Schranke musste, hatte immer eine gute Entschuldigung für seine Verspätung.

1999 begann nach langen Jahren der Planung endlich die Untertunnelung der Eisenbahnlinie Am 27. April 2000 wurde die Unterführung mit einem Bürgerfest feierlich eingeweiht. Später wurde im Zuge des Streckenausbaus für die Schnellzüge auch der Bahnübergang am Bahnhof geschlossen und eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer gebaut.

Dass die Einwohnerzahl, Ende 2013 ca. 5000, stetig zunahm, liegt vor allen Dingen an dem hohen Wohn- und Freizeitwert des Ortes. Der schön gelegene Waldsee, der Hainwald im Osten und der Hämelerwald im Westen der Ortschaft mit unterschiedlichsten Wanderwegen und Walkingstrecken, die Güter Adolphshof und Schierke sowie ein gut ausgebautes Radwegenetz, bieten viele Erholungsmöglichkeiten. Auch ein breit gefächertes Vereinsangebot lässt kaum Wünsche offen.

Ein besonderer Vorteil ist die verkehrsgünstige Lage des Ortes. Die unmittelbare Anschlussstelle an die Bundesautobahn A2 und die ideale Eisenbahnverbindung in Richtung Hannover und Braun-schweig bieten ideale Voraussetzungen für Berufspendler. Die Zugehörigkeit zum Großraum Hannover und die kurze Fahrzeit von knapp 20 Minuten bis in die Hauptstadt Niedersachsens erhöhen noch die Attraktivität von Hämelerwald.

Mit der Errichtung des Altenheims auf dem ehemaligen Gelände des Sportplatzes Ortsmitte stellt sich ein neues Zentrum für den Ort dar. Rund um das Altenheim sind bereits Wochenmarkt und der jährliche Weihnachtsmarkt zur festen Einrichtung geworden. Dass die Bürgerinnen und Bürger mit Dingen des täglichen Bedarfs ausreichend versorgt werden, ist durch drei Supermärkte, Bäckerei und Schlachterei sowie weitere Geschäfte gewährleistet. Außerdem gibt es eine Grundschule und eine IGS mit Haupt- und Realschule, 3 Kindergärten, 2 Ärzte und einen Zahnarzt im Ort.

Die hervorragende Infrastruktur, die idealen Einkaufsbedingungen sowie die vielen Gelegenheiten zur Freizeitgestaltung bieten den Bürgerinnen und Bürgern hier in Hämelerwald ausgezeichnete Wohn- und Lebensverhältnisse.